Wie ein Läuferleben begann
Meine Laufkarriere ist noch gar nicht so alt, im Juni 2005 im zarten Alter von 38 Jahren habe ich mich von meiner 30-jährigen Laufbahn als Fußballer verabschiedet. Ich stellte fest, jetzt schon im Altherrenbereich, den Bundesligatraum hast du ausgeträumt.
Laufen an sich fand ich immer langweilig und öde, aber die Leistung die Tausende bei einem Marathon vollbringen, war faszinierend.
Stundenlang saß ich vor dem Fernseher und bewunderte die Läufer und es war ein Traum über viele Jahre, mich auch einmal über solch eine Strecke zu quälen.
Nun stand ich Juni 2005 da und sagte mir, wenn nicht jetzt wann dann.
Ich zum nächsten Runnerspointladen und es wurde eingekauft.
Die Anfänge waren sehr verheißungsvoll und ich war stolz auf 10 km am Stück. Naja, es mussten ja auch 102,6kg mitgeschleppt werden.
Im Oktober 2005 wollte ich meinen ersten Halbmarathon angehen, aber leider hatte mein Körper etwas dagegen und ich lag mit einer starken Erkältung im Bett. So trainierte ich dann bis April 2006 mehr schlecht als recht und nie über 20 km, weil das war mir zu anstrengend.
Der ein oder andere von euch wird jetzt nur noch mit dem Kopf schütteln, genau wie ich heute.
April 2006 es stand wieder ein Halbmarathon an und wie konnte es anders sein, so 3 Wochen vor meinem ersten Marathon in Hamburg, eine Grippe legte mich 10 Tage lahm. Das Kopfschütteln geht weiter.
Es kam der Tag der Tage, der 23.04.2006 und ich stand plötzlich im Startblock vom Hamburg-Marathon. Natürlich hatte ich mir aus totaler Überschätzung eine Zeit von unter 4 Stunden zu Recht gelegt. Die ersten 10 km waren wie in Trance und voller Euphorie, bis km 17 kam und ich nicht mehr wollte.
Bei km 21 war dann schon der Sieger im Ziel und ich kämpfte mit meinem Körper.
Bis km 30 hielt ich es noch durch aber dann war es vorbei und ich musste gehen. Kleine Pause, verschnaufen und es ging wieder. Bei km 35 hatte ich Krämpfe in beiden Beinen und der Gedanke des Aufgebens war sehr sehr groß.
Völlig am Ende und fern dieser Welt lief ich bei 4:22h über die Ziellinie und schwor mir, das machst du nie wieder!Einen Tag später wurde sich intensiver mit Trainingsplänen und Ernährung befasst und es folgte im September 2006 der nächste Versuch einen Halben zu laufen und es gelang mir in 1:39h. Im April 2007 folgten ein Weiterer mit einer Zeit von 1:33 h und der HH-Marathon mit einer Zeit von 3:50 h.
Berlin war zu diesem Zeitpunkt schon gemeldet und es folgten noch ein Halber mit 1:42 und dem Kiellauf in 1:33.
