Hannover 2011
Der Hitze- und Windlauf von Hannover
Wir sind schon im 5ten Monat des Jahres und endlich habe ich meinen ersten Wettkampf absolviert. Hannover stand auf dem Plan und mein erster Start in unserer Landeshauptstadt. Wir reisten am Samstag an, um in aller Ruhe die Startunterlagen zu holen und anschließend am Maschsee das herrliche Wetter zu genießen. Die Marathonmesse ist recht überschaubar in einem Zelt untergebracht, aber vielfältig. Außerhalb des Zeltes am Rathaus war eine Bühne eines ortsansässigen Radiosenders aufgebaut, wo die Teilnehmer der Kinderläufe gefeiert wurden. Wetter war prächtig und die Stimmung unter den Teilnehmern klasse. Es war einfach Party angesagt. Wir wollten das gute Wetter am Maschsee genießen und gingen in einen Biergarten. Der Wind blies hier schon recht heftig, so etwas kenne ich sonst nur aus Cuxhaven. Von irgendwelchen Bundesligaspielen wollte ich nichts wissen.
Jedes mal wenn ich meiner Borussia nicht zugeschaut habe, ging es positiv für uns aus. Dieses Vorhaben hat gegen Dortmund und Hannover geklappt und musste gegen Freiburg auch klappen. Gegen 17:20 Uhr ein kurzer Anruf und wir haben die Abstiegsplätze verlassen. Ein Wahnsinn, hatte ich meine Borussia im Januar doch schon abgeschrieben. Nun stecke ich natürlich in einer Zwickmühle, da ich kurzfristig noch Karten für das Spiel beim HSV bekommen habe, sollte der positive Trend fortgesetzt werden, müsste ich die Karten abgeben. Egal am Samstag wird in Hamburg gezittert, und mit einem Punkt bei zeitgleichen Niederlagen von Frankfurt und Wolfsburg der Nichtabstieg gefeiert.
Da die Wettervorhersagen für Sonntag recht freundliches Wetter voraussagten, habe ich aus Erfahrung über den Tag verteilt Kochsalztabletten zu mir genommen. Dieses sollte sich als ein Vorteil herausstellen. Am Sonntag ging ich dann gegen 08:00 Uhr zum Start/Zielbereich und die Sonne wärmte schon ordentlich. Das übliche Vorbereiten begann und man traf auch den oder anderen Bekannten. Da ich, wie immer, im Trikot der einzig wahren Borussia lief, wurde ich von einigen Borussiafans angesprochen und begrüßt. Noch den Kleidersack abgeben und so ging ich 20 min. vor dem Start in meinen Block. Auch hier traf ich auf Borussen und einen Freund aus der meiner Heimatstadt. Um 09:00 schickte man das Starterfeld auf die Reise. Wir liefen Richtung Stadion um dann eine langes Stück am Maschsee bei böigem Wind zurück zulegen. Es ging dann im Süden von Hannover aus der Stadt heraus und so liefen wir an Felder und Wiesen vorbei. Bei einem Stadtmarathon erwartet man dies nicht, aber irgendwie hatte es was.
Nach einer Schleife über Land ging es auf der Hildesheimer Str. wieder Richtung Start/Ziel. Bei Km 14 direkt vor unserem Hotel erwartete mich meine Frau und mit einer Art Doping (Kuss) ging es weiter. Da mir das Training fehlte konnte ich keine gute Zeit erwarten, aber ich versuchte das Tempo hoch zu halten. Immer wieder rief man mir Borussia zu und ihr schafft es noch. Trotz der Niederlage gegen Borussia will man in Hannover wohl das Wolfsburg absteigt. Egal, für mich war es Aufmunterung, denn der Wind und die stetig steigenden Temperaturen machten sich langsam bemerkbar. Den Halbmarathon hatte ich dann mit 1:35h absolviert und so ging es auf die 2te Hälfte. Die Zeit habe ich immer hochgerechnet, aber Ziel war es, da nur 4 Wochen Vorbereitung, unter 3:30 ins Ziel laufen. Bei Km 27 hatte ich dann eine kurze aber heftige Begegnung mit dem Hammer, aber diese Schwächephase konnte ich weglaufen. Dann lief es wieder recht rund, wenn auch nicht mehr so schnell wie am Anfang, aber ich war noch gut in der Zeit. Da der Mann mit dem Hammer schon recht früh kam, konnte ich beruhigt die letzten Km angehen. Bei km 37 zwang mich meine Blase zu einer kurzen Pause und das Anlaufen fiel mir sehr schwer. Ich kam nicht so richtig in meinen alten Rhythmus zurück. Also musste ich gedrosselt weiterlaufen, es war ja noch genug Zeit. Die letzten 2 Km waren nicht mehr so schön, aber es reichte am Ende doch noch und so kam ich bei 3:18:21h ins Ziel. Das reichte für Platz 181 und in meiner Altersklasse für den 46. Platz.
Zusammengefasst eine nette Veranstaltung, wenn auch nicht immer Zuschauer an der Strecke waren. Am Anfang waren die Getränkestände von den Abständen her sehr kurios aufgestellt, aber dies änderte sich auf der 2ten Hälfte. Einige Sambatruppen erzeugten eine tolle Stimmung an der Strecke. Der Start/Zielbereich hatte schon Hamburg Flair, was die Zuschauer angeht. Als sehr nervig empfand ich die vorbei laufenden Halbmarathonläufer, wovon mich dann einer doch sehr stark anrempelte, aber so ist es nun mal bei solchen Veranstaltungen.
