Hamburg 2009
Andere liegen am Strand und wir laufen in Hamburg
Die 4te Teilnahme in Hamburg stand an und wir reisten wie im letzten Jahr auch, schon einen Tag eher an. Kurz ins Hotel und dann zur Messe, die Startunterlagen holen.
Die Messe an sich war ok, was man von der Internetseite und dem Drama um den Hauptsponsor nicht schreiben kann.
Ein Blick in die ausgehändigte Tüte und man wurde wieder einmal enttäuscht. Die Beigaben werden von Jahr zu Jahr weniger und ich frage mich, was die mit meinen Startgebühren anstellen.
Den Abend vorher hatten wir ein nettes Treffen und die letzte Portion Pasta.
Der Marathontag begann sehr warm und die Sonne schien schon sehr stark vom Himmel.
Die Freude auf die Stimmung und auf einen tollen Kurs stand bevor und mein Vorhaben eventl. doch PB zu laufen wich aufgrund der Temperaturen.
Punkt 9 Uhr wurde, da es auf der Reeperbahn ein Waffenverbot gibt, mit einer Schiffsglocke angeglast. 2 Minuten nach dem Start drückte auch ich meinen Startknopf und es ging auf eine tolle Reise.
Das übliche Startgedrängel und es dauerte doch ein wenig, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte. Immer wieder überholte ich Läufer und fragte mich, was die für Zeiten angegeben hatten.
Bei km 10 ging es in den ersten Freudentaumel, den Landungsbrücken. Was hier jedes Jahr abgeht, ist schon fantastisch. Kurz danach folgte der Tunnel am Hauptbahnhof und wie verabredet stand meine Frau an der Ecke zur Alster. An dieser Stelle hatte ich auch die meisten „2h-Läufer“ überholt. So langsam konnte ich mein Tempo steigern und es ging um die Alster über die Lombardsbrücke in Richtung Hotel Atlantic.
Immer wieder wurden wir von dem tollen Publikum angefeuert und wie auf einer Welle getragen. Wer sich da nicht im Griff hat, wird den Einbruch spätestens beim letzten Kilometer merken.
Der Halbmarathon war mit 1:37h langsamer als geplant. Also war noch eine Tempoverschärfung angesagt.
Der nächste Höhepunkt war dann die so genannte Hölle-Nord. Was für Menschenmassen und es ist immer wieder toll durch den engen Korridor zu laufen. Es ging weiter und ca. bei km 30 konnte ich dann auch mal die Zuschauer zu einem Jubelsturm animieren. Wahnsinn - und immer noch auf Bestzeitkurs.
Ab km 38 war dann kein Halten mehr und ich saugte die unglaubliche Stimmung auf. Ständig mit einem Grinsen und ungläubigem Kopfschütteln lief ich an den Massen vorbei.
Das tragen des Borussiatrikots erwies sich als ein Traum, obwohl am gleichen Tag meine Borussia nur 1:1 gegen Bielefeld spielte und den Abstieg fast perfekt machte, waren sehr viele Gladbachfans an der Strecke.
Immer wieder hörte ich Gladbach, Borussia und VFL, toll und ich habe euch alle gehört.
Selbst ein langgezogenes Vau effff elllll war von einer größeren Gruppe zu hören und das hatte schon fast Stadioncharakter.
Selbst ein langgezogenes Vau effff elllll war von einer größeren Gruppe zu hören und das hatte schon fast Stadioncharakter.
Dann noch die Unterquerung des Dammtorbahnhofs und die Angst vor dem letzten Anstieg.
War ich zu schnell? Konnte mich, wie bei den letzten Teilnahmen, dieser Anstieg in Angst und Schrecken versetzen? NEIN, diesmal schaffst du mich nicht und ich konnte mein Tempo halten.
Die letzten beiden Kurven und was dann noch kam, war für mich schier unglaublich.
Vor mir brach plötzlich ein Läufer zusammen und konnte aufgrund von Krämpfen nicht mehr aufstehen. Verdammte Situation, ich war auf Bestzeitkurs und alle liefen an diesem armen Kerl vorbei. Gut 50m weiter, waren an diesem Tag die besten Menschen der Welt. Ein kurzer Hinweis an die Männer vom DRK und der Läufer war versorgt. Ich hoffe, es geht ihm wieder gut.
Noch 200m und nun wollte ich ein letztes Mal die Stimmung anheizen und genießen.
Meine Frau sah ich dann kurz vor der Ziellinie und euphorisch zeigte ich auf die Uhr über dem Ziel.
Es war geschehen und meine dritte PB in 2 Monaten.
Meine Frau sah ich dann kurz vor der Ziellinie und euphorisch zeigte ich auf die Uhr über dem Ziel.
Es war geschehen und meine dritte PB in 2 Monaten.
Warum hat Hamburg so einen großen Zuspruch bei den Läufern? Einzig und allein ist es die Stadt und die tollen Zuschauer mit einer gigantischen Stimmung. Sollten diese Faktoren nicht mehr stimmen, ist der Lauf tot. Hier sollte das Management mal drüber nachdenken und nicht nur die Läufer kräftig zur Kasse bitten. Bitte überdenkt in diesem Zusammenhang auch noch den Verpflegungsbeutel im Ziel.
Zum Schluss das Wichtigste: Vielen Dank an alle Helfer, ihr habt einen klasse Job gemacht und ward immer freundlich. Die Getränkestände waren super organisiert und auch die Rettungskräfte waren wohl immer sofort zur Stelle.
