Barcelona 2009
Barcelona und persönliche Bestzeit
Unser kleiner Ausflug begann am Donnerstag mit der Fahrt von Cuxhaven nach Hamburg.
Eine Übernachtung in Hamburg und am nächsten Tag mit dem Flieger nach Barcelona.
Wir also abends noch auf die Reeperbahn etwas essen und dann ins Hotel zurück. Leider muss dem Koch bei der Zubereitung unseres Essens etwas schief gegangen sein und so verbrachte ich fast die ganze Nacht auf der Toilette. Es war sozusagen ein durchlaufender Posten.
Das Laufwochenende fing ja gut an und so musste ich den Flug mit heftigen Darmschmerzen überstehen.
Die Ankunft in Barcelona war dann doch Entschädigung genug, denn die Sonne strahlte vom Himmel und man konnte sogar im T-Shirt flanieren, dabei immer ein Auge auf eine öffentliche Toilette. Nach Ankunft im Hotel ging es direkt zur Marathonmesse, welche übersichtlich im Messezentrum untergebracht war. Das Abholen der Startunterlagen verlief ohne Gedrängel und Probleme. Da wir nun schon am Montjuic waren, dem Hausberg Barcelonas , musste natürlich auch der Weg zum Olympiastadion von 1992 absolviert werden.
Dort angekommen hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und ich konnte noch Karten für das Spiel Espanyol Barcelona gegen Real Madrid kaufen. Zum Leidwesen meiner Frau, kam ich nicht umhin, mir ein Spiel der Primera Division anzuschauen. Da kommen doch immer wieder die 30 Jahre Vereinsfußball durch. Auch der Einwand, das Spiel würde doch erst um 22 Uhr am Samstag anfangen, hielt mich nicht davon ab.
Danach ging es wieder ins Hotel und am Abend auf die Rambla.
Der Samstag begann mit dem Trainingslauf ins Olympiastadion in einem sagenhaftem Tempo. Irgendetwas müssen die Pacemaker wohl falsch verstanden haben und so liefen die knapp 500 Teilnehmer - weit auseinander gezogen - ins Stadion ein. Es gab noch ein kleines Frühstück, überhaupt nicht mit Berlin zu vergleichen, aber es reichte, denn es wurde für Jeden portioniert.
Kurz ins Hotel, wieder Sightseeing und abends Fußball live. Real Madrid gewann nach Toren von Guti und Raul 2:0. 00:30 Uhr ins Bett und endlich ausruhen und schlafen.
Sonntag 7:15 Uhr ging es mit der Metro Richtung Start. Ein klasse Gefühl, morgens mit den Läufern zusammen zum Start zu fahren und langsam Spannung aufzubauen.
Der Start /Zielbereich war relativ schnell erreicht und so gingen wir ruhig zur Messehalle und gaben unsere Sachen ab.
Noch schnell am Kiosk einen Donut gekauft und gegessen, weil ich nicht mit leerem Magen laufen wollte und ab in den Startblock.
Rechts und links der Startblöcke wurden die Springbrunnen in Betrieb genommen , ein Blick nach hinten und der große Brunnen über dem Startbereich am Montjuic strahlte in vollem Glanze.
Dieser Anblick war schon toll, aber dann wurde die Hymne Barcelonas gespielt, gesungen von Montserrat Caballé und Freddie Mercury und der große Brunnen speite Wasser im Takt dazu. Gänsehaut!
Direkt nach dem Lied fiel der Startschuss und die knapp 10.000 Läufer/innen wurden auf die Strecke geschickt.
2 Minuten nach dem 3:30 h Pacemaker durfte ich die Startlinie überqueren und es ging leicht bergan Richtung Camp Nou , dem Stadion des FC Barcelona. Ziel war es, den Pacemaker zu holen und wenn möglich vorbei zuziehen. Dieses Unterfangen verlief die ersten 5 km schwierig, da die Straßen sehr eng waren und ich kein Tempo aufnehmen konnte. Das Wetter verschlechterte sich ein wenig und es begann zu nieseln, aber nach einigen km wurde es wieder trocken und blieb so bis zum Ziel. Bei km 11 hatten wir die Placa d´Espanya nach dem Start zum zweiten Mal erreicht. Der Pacemaker war noch gut 300-400m vor mir. Es hieß also Tempo erhöhen und bei km 15, dem höchsten Punkt der Strecke, hatte ich ihn dann endlich erreicht und kämpfte mich durch die ihn umgebende Menschentraube hin durch.
Ich konnte mein Tempo noch ein wenig steigern und so erreichten wir bei km 17 die Sagrada Familia, Gaudis berühmtestes Gebäude. Mit km 20 ging es auf den zweithöchsten Punkt der Strecke. Und kurz danach die Halbmarathon-Marke, die ich dann mit 1:42:09 durchlief.
Nun konnte ich noch einmal mein Tempo verschärfen und holte, für mich unglaublich, niedrige km-Zeiten raus. Bei km 25 dann für mich ein Knackpunkt. Ich fühlte mich immer noch gut, aber die 2,5 km zum Torre Agbar und zu sehen, wie auf der anderen Straßenseite die schnelleren Läufer schon wieder auf dem Rückweg waren, kam mir schon komisch vor.
Egal, Tempo halten und versuchen bis km 30 zu kommen. Am Forum angekommen nahm ich ein wenig Tempo raus um nicht bei km 35 die Abrissbirne zu spüren. Es ging am Strand Richtung Olympiahafen und dann weiter zum Arc de Triomf, wo endlich etwas Stimmung aufkam.
Beim Erreichen der Altstadt und dem Einbiegen auf die weltberühmte Rambla, hatten wir Marathonstimmung. Jetzt waren es nur noch 5 km und ich wartete auf den Einschlag, aber er kam nicht und so wollte ich nach einem Blick auf die Uhr das Tempo wieder erhöhen, denn es konnte eine Zeit von unter 3:20h werden.
Bei 3:17 h zeigte mein Forerunner mir 42,195km und ich war schon im siebten Himmel. Nun noch den Schlussspurt und ich kann eine neue Bestzeit feiern. Endlich wieder die Placa d´Espanya erreicht und noch kurz durch die beiden venezianischen Türme und die letzten Meter zur Ziellinie. Die Uhr blieb bei 3:20:52 h stehen und somit bin ich das erste Mal, in meinem 6. Marathon, die zweite Hälfte, nämlich in 1:38:44h, schneller gewesen. Meine Frau hatte mit mir noch gar nicht gerechnet, trotzdem jubelte und feierte sie mir zu. Am Ende hatte ich 42,94 km auf meiner Uhr und eine neue Bestzeit in der Tasche.
Schnell noch ein paar Fotos gemacht , ab in den Trainingsanzug und zurück zum Hotel. Danach ging es wieder auf Sightseeing. Um die Beine ein wenig zu schonen, auf Stadtrundfahrt mit dem Bus. Am Abend wurde dann die neue Bestzeit gefeiert und Montag ging es zurück.
Alles in Allem ein tolles Wochenende, eine schöne Stadt und ein gut organisierter Lauf.
