Albmarathon 2010
Albmarathon in Schwäbisch Gmünd
Es ist vollbracht, die Europacupwertung der Ultraläufer ist im Sack und Platz 71 sprang raus. Mit dem letzten Lauf der Serie in Schwäbisch Gmünd ist die Wertung für 2010 geschlossen. Zur Serie gehören die
50km von Mnisek pod brdy (Tschechien),
72,7km Rennsteiglauf (Deutschland),
100km Biel (Schweiz),
75km von Celje (Slowenien),
57km Wörthersee Trial (Österreich) und zu guter Letzt die
50km von Schwäbisch Gmünd (Deutschland).
Für die Wertung müssen mind. 3 Läufe absolviert werden und das waren in meinem Fall der Rennsteiglauf, Biel und der Albmarathon in Schwäbisch Gmünd.
Da in der ersten Jahreshälfte mein Etappenlauf nach Mönchengladbach, der Rennsteiglauf und die Nacht von Biel waren, sollte die zweite Hälfte etwas ruhiger werden. Geplant waren der Berlin-Marathon und die 50km von Schwäbisch Gmünd. Leider musste ich im Sommer eine längere Laufpause einbauen, da mich ein wenig das Verletzungspech verfolgte. So kam ich erst 3 Wochen vor dem Berlin-Marathon ins Training. Damit konnte Berlin auch nur ein Trainingslauf werden, und er wurde es auch. Mit 3:40h war dieser absolviert und die Konzentration war auf den Albmarathon gerichtet. Noch einen Ultramarathon, drei Berge und endlich Pause. Nun ließ mich mein Verletzungspech nicht im Stich und ein Rückenproblem (man wird ja nicht jünger) zwang mich zu einer Laufpause. An dieser Stelle einen großen Dank an meinen Chiropraktiker Nils Köster in Cuxhaven. Die letzte Woche vor dem Lauf nicht ein einziger Kilometer, also ein Lauf ohne Zeitziel. Die Anreise lief mit der Bahn, wenn man die üblichen Verspätungen und Zugausfälle nicht mehr zählt, problemlos.
Am Samstag habe ich mich schon um 9 Uhr auf dem Weg zum Start gemacht. Vielleicht trifft man noch den ein oder anderen bekannten Läufer. Das Treiben um den Start- Zielbereich war schon im Gange und man traf auch ein paar bekannte Gesichter. Große Wiedersehensfreude kam dann bei Michaela aus Fürth auf. Sie hatte uns im letzten Jahr beim Mauerlauf, auf der ersten Hälfte über 75km begleitet. Michaela und ihre Freundin Kerstin liefen für den Laufclub 21 die Down Syndrom Marathonstaffel von Anita Kinle. Ich hoffe, die beiden sind gut durch gekommen.
Um 10 Uhr der Startschuss und die Strecke führte uns durch Schwäbisch Gmünd hinaus in die Schwäbische Alb. Nach anfänglich recht kühlen Temperaturen kam dann die wärmende Sonne heraus. Nach ca. 3km kam der erste Anstieg und ich dachte so bei mir, jetzt schon den ersten Berg und dann doch nicht wie erwartet. Dann wird es vielleicht doch nicht so schlimm. Leider kam es dann ganz anders und die Berge werden nie mein Ding werden, soviel vorweg.
Es kam das Unvermeidbare und der erste Berg , der Hohenstaufen lag vor mir und dahinter konnte man schon die anderen Beiden erahnen. Der Anstieg war anstrengend, aber nicht zu steil. Bei km 17 hatte man den Gipfel erreicht und eine traumhafte Aussicht über die Alb. Der Herbst zeigte sich in den herrlichsten Farben, aber es blieb nur ein kurzer Moment um den Ausblick zu genießen. Also, wieder den Berg hinab, was ich als sehr unangenehm empfand. Der nächste Berg lag schon vor uns. Es ging immer wieder auf und ab und bei km 25 hatten wir den Hohenrechberg erobert. Hier war auch der Zieleinlauf für den angebotenen 25km-Lauf. Oben angekommen wurde man durch den Sprecher mit Namen begrüßt und es ging recht steil auf einem moosbedeckten Weg hinab. Nur noch der Stuifen und die Berge sind Geschichte. Die ersten beiden Berge haben mir schon mächtig zugesetzt, da sagte man mir der Letzte wäre der Schwerste. Wie jetzt, die ersten Beiden waren für mich schon hart und jetzt kommt der Schwerste. Der Stuifen lag vor uns, und was soll ich sagen, ich hasse Berge. Ein aufgeweichter Trampelpfad zwang die Läufer zu einer wiederholten Walkingeinheit. Wie man den hinauflaufen kann ist mir schleierhaft. Ich ging schon am Limit und sehnte den Gipfel herbei. Endlich nach gefühlten Stunden waren wir oben und die Berge hinter uns.
Jetzt nur noch bergab und nach Schwäbisch Gmünd zurück. Hätte man sich denken können, da hat der Veranstalter noch einen Hügel bei km 35 eingebaut. Ok, wir Flachländer würden den als Berg bezeichnen, aber vor Ort ist es nur eine Geländeerhebung.
Endlich das Schild km 42 und wieder mal einen Marathon dieses Jahr absolviert und noch 8km bis zum Ziel. Meine Uhr blieb bei 5:38h stehen.
Alles in allem ein landschaftlich schöner Lauf, aber wenn ich die von mir absolvierten Ultras dieses Jahr vergleiche, war der Rennsteiglauf der am Besten organisierte. In Thüringen stimmte einfach alles, angefangen von der Organisation, der Stimmung und der hervorragenden Verpflegung an der Strecke.
In Thüringen hat man begriffen, dass mit solchen Läufen viel Geld zu verdienen ist, dementsprechend steht die gesamte Region hinter diesem Laufereignis. Vielleicht kommt man in meiner Heimatstadt Cuxhaven auch dahinter und bietet eine stimmungsvollere Strecke und Ambiente an.
Trotzdem muss man all den freiwilligen Helfern an allen Strecken, egal ob 10km oder Ultramarathon, einen großen Dank aussprechen.
